
1,2 Millionen Menschen in Äthiopien sind blind, etwa die Hälfte aufgrund von Grauem Star. Auf rund 1 Million Menschen kommt in Äthiopien ungefähr ein Augenarzt. Aus diesem Grund setzt sich LICHT FÜR DIE WELT für den Aufbau von Augenkliniken auf Provinzebene ein sowie für die Ausbildung einheimischer Fachkräfte.
2010 erreichte die Zahl der äthiopischen Augenärzte einen neuen Höchststand: Derzeit gibt es in Äthiopien 104 Augenärzte, während es 1998 nur 54 waren. LICHT FÜR DIE WELT hat den Bau der Universitätsklinik in Gondar ermöglicht. Im März 2011 wurde sie eröffnet und ist nun die dritte Ausbildungsstätte für Augenärzte in Äthiopien, nach Addis Abeba und Jimma.
Insgesamt unterstützen wir 14 augenmedizinische Projekte in Äthiopien. 2010 konnten in diesen 17.125 Operationen am Grauen Star durchgeführt werden. Das sind 42 % aller Katarakt-Operationen in Äthiopien. 829.157 Menschen erhielten Medikamente gegen Trachom und 1.511.674 gegen die Flussblindheit.
LICHT FÜR DIE WELT unterstützt derzeit 6 Gemeindenahe Rehabilitationsprogramme und konnte damit im letzten Jahr insgesamt 1.678 behinderte Kinder in Äthiopien erreichen. In Yabello, im Süden des Landes, startete 2010 ein Rehabilitationsprojekt. Dort erhalten erstmals behinderte Kinder aus Nomadenfamilien Zugang zu medizinischer und physiotherapeutischer Versorgung erhalten, derzeit sind es 85 Kinder. Südlich der Hauptstadt Addis Abeba wurde 2010 ein neues Projekt zur schulischen Inklusion gehörloser Kinder gestartet. 82 Kinder konnten bereits in das Projekt aufgenommen werden.
Belayinesh, 10, wird in einem Gemeindenahen Rehabilitations-programm in Arba Minch gefördert.
Belayinesh ist zehn Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in einer Hütte am Stadtrand von Arba Minch. Sie ist das älteste von vier Kindern. Gleichaltrige gehen in die Schule, kümmern sich um ihre Geschwister und helfen im Haushalt mit,aber Belayinesh kann das nicht. Denn sie wurde mit Zerebralparese geboren.
Lange Zeit kann die Kleine weder stehen noch gehen. Sie muss in der Hütte bleiben und ihre Eltern schämen sich, weil ihre Tochter anders als andere Kinder ist. Doch dann wird der Rehabilitationshelfer Siltanu von LICHT FÜR DIE WELT auf Belayinesh aufmerksam.
Im Gemeindenahen Rehabilitationsprogramm in Arba Minch wird sie physiotherapeutisch behandelt, damit sich ihre Muskeln aufbauen. Dann übt Siltanu gemeinsam mit dem Mädchen, bis es alleine mit Krücken gehen kann.
Heute braucht Belayinesh nicht einmal mehr ihre Krücken. Sie kann im Haushalt mithelfen, Teetassen abwaschen, Feuerholz holen und sogar eine Förderschule besuchen.