Grauer Star im fortgeschrittenen Stadium
Grauer Star ist weltweit die häufigste Blindheitsursache und für den Verlust des Augenlichts von 18 Millionen Menschen verantwortlich. Die Trübung der Augenlinse tritt häufig als Folge des Alterungsprozesses auf. Grauer Star kann sich aber auch nach unbehandelten Augenentzündungen oder Verletzungen
entwickeln. Angeborener Grauer Star kann die Folge einer Rötelninfektion der Mutter während der Schwangerschaft sein. Grauer Star ist heilbar: In einer etwa 15-minütigen Operation wird die getrübte Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse
ersetzt. Operationen am Grauen Star gehören laut Weltgesundheitsorganisation zu den kosteneffizientesten medizinischen Eingriffen weltweit.
In den vergangenen 10 Jahren hat LICHT FÜR DIE WELT über 350.000 Operationen am Grauen Star ermöglicht.
Trachombekämpfung: ein zentraler Arbeitsschwerpunkt bei der Blindheitsverhütung in Äthiopien.
84 Millionen Menschen leiden an der Infektionskrankheit Trachom, darunter 40 Millionen in einem Stadium, das unbehandelt zu Blindheit führt. 8 Millionen sind bereits schwer sehbehindert oder erblindet.
Immer wiederkehrende Entzündungen verursachen Vernarbungen der Bindehaut, das Augenlid dreht sich nach innen und die Wimpern scheuern an der Hornhaut – an Trachom zu erblinden ist ein langer und schmerzhafter Prozess. Das Augenlicht kann nicht wiederhergestellt werden. In Gebieten mit hoher Verbreitung von Trachom leiden 60 % bis 90 % der Kinder im Vorschulalter an der Krankheit. In Äthiopien, einem der weltweit am meisten betroffenen Länder, haben wir 2010 durch die Verteilung von Antibiotika in den betroffenen Gebieten 830.000 Menschen erreicht. Im fortgeschrittenen Stadium ermöglicht LICHT FÜR DIE WELT die notwendigen Lid-Operationen.
Etwa 1,5 Millionen Kinder weltweit sind blind oder sehbehindert aufgrund von vermeidbaren Ursachen wie Vitamin-A-Mangel, angeborenem oder durch Verletzung entstandenem Grauen Star, unbehandelten Augeninfektionen oder unkorrigierten Sehschwächen. In Nordost-Indien und Pakistan unterstützt LICHT FÜR DIE WELT Projekte zur Früherkennung von Sehbehinderungen bei Kindern in Schulen, zusätzlich werden Eltern und Lehrkräfte auf das Problem Kinderblindheit aufmerksam gemacht. In Tansania ermöglichen wir Augenoperationen
für Kinder.
Onchozerkose ist eine Parasitenkrankheit, die durch Kriebelmücken übertragen wird. Die Parasiten
wandern im Körper bis in die Augen und rufen dort Entzündungen, Blutungen und andere Komplikationen hervor, die schließlich zur Erblindung oder zu anderen Behinderungen führen. Schätzungen zufolge sind eine halbe Million Menschen blind durch Onchozerkose. Maßnahmen zur Eindämmung der Kriebelmückenpopulation und Behandlung der Krankheit mit dem Medikament Mectizan zeigen bereits große Erfolge. 2010 hat LICHT FÜR DIE WELT das Medikament an 1.512.000 Menschen im Südwesten Äthiopiens verteilt.
Grüner Star ist weltweit die zweithäufigste Blindheitsursache. 4,5 Mio. Menschen haben dadurch ihr Augenlicht verloren. Im Rahmen der Initiative ‚VISION 2020 – The Right to Sight‘ werden Strategien zur Identifikation von Menschen mit Grünem Star entwickelt sowie wirksame Behandlungsmethoden und eine langfristige Nachbetreuung der Patienten möglich gemacht. LICHT FÜR DIE WELT engagiert sich in der fachlichen Ausbildung von Augenärzten zur Behandlung von Grünem Star.
Über 100 Mio. Menschen weltweit leben mit Low Vision, einer mittleren oder schweren Sehbehinderung,
die weiter besteht, auch wenn alle verfügbaren medizinischen Behandlungen durchgeführt worden sind. Menschen mit Low Vision benötigen spezielle Sehbehelfe und maßgeschneiderte längerfristige Rehabilitation, um ein unabhängiges Leben führen zu können. Dazu haben sie in Entwicklungsländern
keinen Zugang. Über 150 Millionen Menschen weltweit haben korrigierbare Sehfehler, aber keinen Zugang zu Brillen und anderen Sehbehelfen. In den meisten afrikanischen Ländern haben nur 20 % der
Menschen Zugang zu Brillen. In Uganda baut LICHT FÜR DIE WELT zusammen mit dem International Center for Eyecare Education (ICEE) das erste nationale Programm zur Korrektur von Sehschärfenfehlern
auf. Ein Schwerpunkt ist dabei die Ausbildung einheimischer Fachkräfte. Weiters unterstützen wir Pilotprojekte in Pakistan, Nigeria und Uganda, die aufzeigen, wie eine qualitätsvolle Versorgung von
Kindern und Erwachsenen mit Brillen und Sehbehelfen innerhalb der bestehenden Gesundheitssysteme funktionieren kann.