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Augenlicht für Burkina Faso: "Meine Oma kann wieder sehen!"

Foto: Frau mit Augenbinde

Fatmata kurz nach der Operation - nun kann sie wieder sehen!

Fatmata sitzt vor ihrer Lehmhütte und schält Erdnüsse für das Abendessen mit ihrer Lieblingsenkelin Aïsha. Der Wind streicht sanft über die Strohdächer, Fatmata lehnt sich zurück und schließt für einen Moment die Augen. Wie unwirklich scheint ihr heute, dass sie vor ein paar Tagen noch vollkommen blind war. Wenn sie jetzt die Augen öffnet, sieht sie wieder die rotsandigen Weiten Burkina Fasos und weiß: Alles ist gut, sie kann wieder sehen.

Großmutter Fatmata ist in ihrer Jugend denselben Weg gegangen, wie viele ihrer Landsleute. Jahrzehntelang arbeitet sie an der Elfenbeinküste in großen Kakaoplantagen, lernt dort auch ihren Mann kennen und zieht ihre sechs Kinder groß. Doch eines Tages beginnt sich ihr Blick zu trüben, unaufhaltsam wird Fatmatas Welt verschwommen und grau.

Da sie sich auf der Plantage als unnütze Esserin fühlt, macht sich Fatmata auf den beschwerlichen Weg in ihre Heimat, geführt von einer Tochter. Lang sind die Tage in der Dunkelheit, mühsam versucht Fatmata, ein bisschen beim Kochen zu helfen. Ihre Enkelin Aïsha ist ständig an ihrer Seite, um der Oma zu helfen, die dafür die Schule versäumen muss.

Eines Tages erreicht sie eine frohe Botschaft: ein Hilfseinsatz von der von LICHT FÜR DIE WELT unterstützten Augenklinik in Zorgho kommt in die Nähe von Fatmatas Dorf, um blinden Menschen das Augenlicht wieder zu geben. An der Hand ihrer Lieblingsenkelin erreicht Fatmata die Gesundheitsstation, in der das augenmedizinische Team sein Lager aufgeschlagen hat. Es sind schon über hundert Menschen versammelt. Der burkinische Augenarzt Dr. Sanou untersucht Fatmata und kann die Diagnose Grauer Star stellen. Bereits am Tag darauf wird bei einer 15-minütigen Operation ihr rechtes Auge operiert und die trübe Linse durch eine klare Kunstlinse ersetzt.
Der nächste Morgen wird Fatmata immer im Gedächtnis bleiben. Als Dr. Sanou ihr die Augenbinde abnimmt, blinzelt sie zuerst ins ungewohnte Licht – doch dann sieht sie plötzlich Menschen um sich herum! Fatmata hat ihr Augenlicht zurück bekommen.

Als Fatmata in ihr Dorf zurückkehrt, jubelt die ganze Familie und umarmt die freudenstrahlende Großmutter. Fatmata steckt voll Tatendrang: Sie möchte wieder arbeiten, Fisch und Gemüse am Markt verkaufen. Und sie ist sehr froh, dass Aïsha wieder in die Schule gehen kann. Doch vorerst muss Abendessen gekocht werden, und das kann niemand besser als eine Großmutter.