Vor 10 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen mit internationalen NGO's und Fachorganisationen die Initiative 'VISION 2020 - Das Recht auf Augenlicht' ins Leben gerufen. Das Ziel dieser Aktion ist es, vermeidbare Blindheit bis zum Jahr 2020 der Vergangenheit angehören zu lassen. 2010 markiert die Halbzeit dieser weltweiten Initiative - Zeit eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.
161 Millionen Menschen weltweit leben mit einer Sehbehinderung, 37 Millionen von ihnen sind blind. Zusätzlich sind aufgrund unkorrigierter Sehschärfenfehler 8 Millionen Menschen funktionell blind und 145 Millionen sehbehindert.Grauer Star ist nach wie vor die häufigste Blindheitsursache, da Menschen in Armutsgebieten meist keinen Zugang zu augenmedizinischer Grundversorgung haben. Mehr als 85% aller sehbehinderten Menschen leben in Entwicklungsländern.
Emanuela, 7 Monate, wurde am Grauen Star operiert und so ihr Augenlicht gerettet. Mit ihrer Brille muss sie erst umgehen lernen.
Trotz steigender Weltbevölkerungszahlen bleibt die Gesamtzahl der blinden Menschen dank der Maßnahmen von 'VISION 2020' nahezu gleich. Die Parasitenkrankheit Onchozerkose ist weitgehend unter Kontrolle. Trachomerkrankungen, die zu Blindheit führen, betreffen heute 40 Millionen Menschen, 1985 waren es noch 360 Millionen. Durch Fehlerernährung und Infektionen hervorgerufene Blindheit ist signifikant zurückgegangen. In Äthiopien, wo LICHT FÜR DIE WELT von Anfang an in das nationale Blindheitsverhütungsprogramm eingebunden war, hat sich die Blindheitssituation bereits drastisch verbessert: In den letzten 10 Jahren hat sich die Anzahl der augenmedizinischen Fackräfte vervierfacht, vier Universitäten bilden heute Augenärzte aus und die Trachombekämpfung kann in einigen Regionen Erfolge verzeichnen.
Wir stehen jedoch immer noch vor großen Aufgaben: In einigen Bereichen, wie beispielsweise der Korrektur von Sehschärfenfehlern, hat die Arbeit erst begonnen - in vielen Regionen gibt es immer noch keine augenmedizinische Versorgung.
80% aller Erblindungen bei Erwachsenen sind behandelbar oder wären vermeidbar gewesen. Öffentliche Stellen, NGO's, Fachorganisationen und Bildungseinrichtungen arbeiten Hand in Hand, um augenmedizinische Versorgung für alle Menschen gewährleisten zu können. Nationale Blindheitsverhütungsprogramme bilden den Kern der Initative "Vision 2020". LICHT FÜR DIE WELT unterstützt die nationalen Blindheitsverhütungsprogramme in Äthiopien, Burkina Faso, DR Kongo, Mosambik, Ruanda, Süd-Sudan, Nordost-Indien und Pakistan.
LICHT FÜR DIE WELT entwickelt mit den Augenkliniken Programme, die Menschen in abgelegenen, ländlichen Regionen den Zugang zu bestehenden Augenkliniken ermöglichen und in deren Rahmen Fachkräfte in die Dörfer des Umlands fahren. So wird die augenmedizinische Versorgung der lokalen Bevölkerung sichergestellt. Besonders wichtig im Sinne der Blindheitsprävention sind die dabei durchgeführten Augenuntersuchungen an Schulen.
Ausbildung lokaler Fachkräfte: LICHT FÜR DIE WELT fördert die Ausbildung von lokalen Fachkräften. Gerade diese Ausbildung hat besonderen Stellenwert, denn sie allein garantiert die Nachhaltigkeit der augenmedizinischen Versorgung: LICHT FÜR DIE WELT unterstützt in Kenia, Tansania und Äthiopien nicht nur die Ausbildung von Augenärzten aus mehreren afrikanischen Ländern. Auch augenmedizinische Fachkräfte auf mittlerer Ebene wie Augenkrankenschwestern oder Kataraktchirurgen werden ausgebildet. Außerdem werden in zahlreichen von LICHT FÜR DIE WELT ermöglichten Programmen lokale Mitarbeiter geschult, die dadurch in ihren Dörfern maßgeblich zur Vermeidung und Diagnose und damit zur Prävention von Augenkrankheiten beitragen.
Dabei ist der mit der Augenheilkunde vertraut gemachte Gesundheitsarbeiter, der in den Dörfern bewusstseinsbildend arbeitet, für den Aufbau regionaler Gesundheitssysteme genauso wichtig wie der Augenarzt, der Operationen durchführt, oder die Augenkrankenschwester, die Patienten untersucht und behandelt.
Hier finden Sie Informationen zu Augenkrankheiten und ihren Ursachen