Österreichische Spendengütesiegel

Dialogrunde mit Behindertenverbänden zur Entwicklungszusammenarbeit

Gruppen-Foto der Veranstaltungsteilnehmer

Dialogrunde mit Behindertenverbänden zur Entwicklungszusammenarbeit

Zum Welttag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember lud LICHT FÜR DIE WELT Vertreter der österreichischen Behindertenverbände, anderer Hilfswerke und der Österreichische Entwicklungszusammenarbeit zu einem Austausch über die Beteiligung behinderter Menschen in der Entwicklungszusammenarbeit ein.

Zum Welttag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember lud LICHT FÜR DIE WELT VertreterInnen der österreichischen Behindertenverbände, anderer Hilfswerke und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit zu einem Austausch über die Beteiligung behinderter Menschen in der Entwicklungszusammenarbeit ein.
Das Recht auf Partizipation von Menschen mit Behinderungen ist klar in der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen festgeschrieben. Menschen mit Behinderungen in Österreich – ebenso wie in Entwicklungsländern –sehen sich dennoch mit ausgrenzenden Praktiken konfrontiert und werden häufig von Entscheidungen, die sie betreffen, ausgeschlossen.

Der diesjährige Welttag der Menschen mit Behinderungen stand unter dem Motto „Realizing the Millennium Development Goals for All: Empowerment of Persons with Disabilities and Their Communities around the World”. Die Millenniumsentwicklungsziele sind das prominenteste und ehrgeizigste Entwicklungsprojekt der Vereinten Nationen. Vorgesehen sind unter anderem die Halbierung der Armut weltweit und die Sicherung von Grundschulbildung für alle bis zum Jahr 2015.

Die Entwicklungsziele verabsäumen es, Menschen mit Behinderungen zu erwähnen. Die dazugehörigen Programme und Indikatoren schließen daher Menschen mit Behinderungen und damit weit mehr als 10% der Weltbevölkerung vom international wichtigsten Entwicklungsprogramm aus.

Als Reaktion hat UN Generalsekretär Ban Ki-moon darauf hingewiesen, dass die globalen Entwicklungsziele ohne Einbindung von Menschen mit Behinderungen nicht erreicht werden können: www.un.org/disabilities/documents/events/idpd09_sg_message.pdf

Marianne Schulze, langjährige Konsulentin für Menschenrechte von LICHT FÜR DIE WELT und Vorsitzende des österreichischen Monitoringausschusses zur UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, moderierte den lebhaften Austausch.
Yetnebersh Nigussie, blinde Juristin und Aktivistin der Behindertenbewegung in Äthiopien, berichtete von den Herausforderungen im Einsatz für die gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Sie betonte die Wichtigkeit von Austausch und Vernetzung für das Empowerment behinderter Menschen und rief dazu auf, die Grenzen zwischen Süd und Nord durch gemeinsame Anstrengungen zu überbrücken.

Mit großem Interesse beteiligten sich unter anderem VertreterInnen der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (Dachorganisation der österr. Behindertenverbände), des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, des Österreichischen Gehörlosenbundes, Lebenshilfe, Diakonie, Caritas sowie Austrian Development Agency an dem Dialog.

Im Mittelpunkt der Dialogrunde stand das Bewusstsein, dass Partizipation von Menschen mit Behinderungen in Österreich genauso dringend erforderlich ist wie in Entwicklungsländern. „Nothing about us without us“ – das Motto der internationalen Behindertenbewegung – muss, wie in der Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen festgeschrieben, allerorts umgesetzt werden.

Das gemeinsame Ziel, das Prinzip der Partizipation durchzusetzen, wirft unter anderem die Möglichkeit auf, dies auch im Brückenschlag zur Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit einzufordern. Außerdem wurde diskutiert, wie ein Erfahrungsaustausch organisiert, Erfahrungen gebündelt und für die Behindertenbewegung in Entwicklungsländern nutzbar gemacht werden können.

Einig waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass eine Fortsetzung des strukturierten Dialogs über die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen in der Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 2010 sinnvoll und notwendig ist, prinzipielle Unterstützung und Interesse wurde von allen Seiten bekundet.