Als Goura die Augenklappe nach der Operation abgenommen wird, lacht er herzlich auf: Er kann wieder sehen!
Es ist ein glühend heißer Tag in Burkina Faso, trotzdem trägt Großvater Goura sein schönstes Gewand. Vor seiner Hütte wartet der blinde Mann gespannt darauf, dass man ihn abholt und nach Garango bringt, einer Kleinstadt in der Nähe seines Heimatorts. Dort ist gerade ein Augenarzt von LICHT FÜR DIE WELT angekommen. Heute ist der große Tag. Nach vier Jahren vollkommener Blindheit soll Goura sein Augenlicht zurück bekommen...
Großvater Goura lebt mit seinen Kindern und Enkeln in einem kleinen Dorf in Burkina Faso. Mit ein paar wenigen Schafen und kargen Feldern kommt die Großfamilie gerade über die Runden. Doch eines Tages beginnt Gouras Augenlicht zu schwinden, er erblindet unaufhaltsam. Bald kann Goura kaum einen Handgriff mehr alleine tun: Die Versorgung der Schafe muss er seiner Frau überlassen und auch auf dem kleinen Feld findet er sich nicht mehr zurecht. Aus Angst, seiner Familie zur Last zu fallen, lernt er mühsam Schritt für Schritt sich mithilfe eines Holzstocks zu orientieren.
Mit langsamen Schritten kann Goura ein bisschen auf seinem Hof herumgehen, aber meistens sitzt er mit leerem Blick vor seiner Hütte. Nach vier unendlich langen Jahren erreicht ihn schließlich eine gute Nachricht: Ein Augenarzt von LICHT FÜR DIE WELT kommt in die Nähe, um blinde Menschen wieder sehend zu machen. Vielleicht kann er auch Goura helfen. Als der Tag gekommen ist, macht sich Opa Goura auf den Weg zum Augenlicht. Bei der kleinen Gesundheitsstation in Garango warten schon viele Menschen.
Nach vier Jahren Blindheit kann sich Großvater Goura nun endlich wieder um seine Tiere kümmern und damit zum Familieneinkommen beitragen. Goura ist zurück im Leben!
Geduldig sitzt Goura im Schatten, bis auch er an die Reihe kommt. Der burkinische Augenarzt Dr. Jérome Sanou stellt bei der Untersuchung fest, dass Goura an Grauem Star erblindet ist. Gleich am nächsten Tag wird er operiert. Nur 15 Minuten dauert der Eingriff, dann ist es vollbracht.
Am Tag darauf nimmt eine Krankenschwester Goura vorsichtig die Augenbinde ab - und sein Gesicht beginnt zu strahlen: Goura kann wieder sehen! Vor lauter Freude nimmt er die Krankenschwester an der Hand und tanzt mit ihr. Lachend und scherzend macht sich Opa Goura beschwingten Schrittes auf den Heimweg. Endlich kann er wieder mit seinen Enkeln spielen, sich um seine Tiere kümmern, das Feld bestellen. Goura sprüht vor Lebensfreude und Tatendrang. Nach vier Jahren Dunkelheit ist er wieder zurück im Licht.