Zeinaba war blind und musste von der Schwester an der Hand geführt werden.
Äthiopien ist das wichtigste Schwerpunktland von LICHT FÜR DIE WELT. Besonders in der Somali-Region im Südosten des Landes ist die augenmedizinische Versorgung der Bevölkerung eine besondere Herausforderung: Die Blindheitsrate liegt hier bei 5,4 %, weit über dem nationalen Durchschnitt. Im Rahmen des nationalen äthiopischen Blindheitsverhütungsprogramms unterstützt LICHT FÜR DIE WELT 10 Augenkliniken sowie die Ausbildung von einheimischen Fachkräften. Im Rahmen von Außeneinsätzen erhalten auch Menschen, die in sehr abgelegenen und schwer zugänglichen Regionen leben, Zugang zu so dringend benötigter augenmedizinischer Hilfe. Eine von ihnen ist die 55-jährige Zeinaba Mussa.
Zeinaba lebt in einem kleinen, abgelegenen Dorf in Äthiopien. Bis zur nächsten Wasserstelle sind es in der Trockenzeit zwei Stunden zu Fuß, unter der unbarmherzigen Sonne. Früher ist sie diesen Weg jeden Tag gegangen, doch dann wird ihr Blick immer trüber, ihre Welt immer grauer. Zeinaba erblindet.Ab und zu kommen Nachbarn oder Verwandte vorbei, um nach ihr zu sehen, denn Zainaba ist bei den alltäglichsten Handgriffen auf fremde Hilfe angewiesen. Eines Tages aber nimmt ihre Schwester sie an der Hand und erzählt ihr, dass ein Augenarzt aus der von LICHT FÜR DIE WELT geförderten Augenklinik in Jijiga in die Nähe ihres Dorfes kommt. Voll Hoffnung machen sich die beiden Frauen auf den Weg, die blinde Zeinaba geführt von ihrer Schwester.
Nach einem ganzen Tag Fußmarsch kommen sie bei der kleinen Gesundheitsstation an. Gemeinsam mit hunderten anderen Menschen wartet Zeinaba geduldig, bis auch sie untersucht wird: Zainaba ist am Grauen Star erblindet und der ist heilbar! Bereits am nächsten Tag wird sie operiert. Und als die Augenbinde entfernt wird, ist Zeinaba überwältigt. Nach zwei langen, dunklen Jahren sieht sie wieder, wie sich die Morgenröte sanft über die äthiopische Berglandschaft legt. Ein neuer Tag bricht an, ein neues Leben für Zeinaba. Denn durch eine Operation am Grauen Star hat sie ihr Augenlicht zurückbekommen.
Zeinaba ist überglücklich, endlich ist sie nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen und kann sich und ihre Lieben wieder versorgen. Zum Abschied wünscht sie allen, die diesen Hilfseinsatz möglich gemacht haben, ein langes Leben.