Österreichische Spendengütesiegel

Oberösterreicher hilft blinden Kindern in Afrika

Blindes Kind

Mika, 4, ist blind und kann nicht mehr geheilt werden. Dankana, Burkina Faso

Das Leid blinder Kinder in Afrika zu lindern ist ein zentrales Anliegen von LICHT FÜR DIE WELT. Der gebürtige Oberösterreicher Gabriel Müller aus Weibern im Bezirk Grieskirchen machte sich auf den weiten Weg nach Burkina Faso. Ein Lokalaugenschein im Licht der Hilfe.

Sandig heiß haucht der Wind über das trockene Gras in den roten Ebenen von Burkina Faso, einem Binnenstaat im Herzen Westafrikas. Rauchsäulen in der Ferne zeugen von lokalen Buschbränden in dieser beißenden Trockenheit. Frauen balancieren freihändig schwere Wasserkanister oder Bündel aus Feuerholz auf ihren Köpfen und tragen meist noch einen schlafenden Säugling am Rücken. Erhaben und geschmeidig setzen sie einen Fuß vor den anderen, am Weg zu ihren Lehmhütten mit den runden Strohdächern, wo sie ihre Familien bekochen und den Haushalt führen. Die Männer bearbeiten indes mit kurzstieligen Hacken den kargen Boden, um die Felder für die nächste Saat aufzubereiten. Das Leben scheint schwer aber doch seinem Rhythmus zu folgen, der in diesem armen Land knapp zum Überleben reicht.

Im Dorf Dankana im Südwesten von Burkina Faso stößt der gebürtige Oberösterreicher Gabriel Müller im Rahmen eines Hilfseinsatzes von LICHT FÜR DIE WELT auf eine schweigend versammelte Menge. Geduckt kauern augenkranke und blinde Menschen unter einem Baum mit mächtiger Krone. Einer von ihnen ist der vierjährige Mika, dessen Vater Jeudi Dah ihn in seiner Ratlosigkeit hierher gebracht hat. Ausdruckslos rollen seine blinden Augen hin und her.

Augenarzt untersucht ein Kind

Prof. Dr. Gerhard Schuhmann untersucht Mika

Der Dorfhelfer Mathias (29) hat in der Nähe ein Epilepsie krankes Kind betreut und die Nachricht der Hilfe hat die Familie von Mika in Windeseile erreicht. Der Grazer Augenprofessor Gerhard Schuhmann, der seit 30 Jahren ehrenamtliche Hilfseinsätze in Afrika leistet, nimmt die blinden Augen des kleinen Jungen mit einer Taschenlampe unter die Lupe. Hoffnung auf eine Rettung des Augenlichts gibt es nicht mehr, da ein kritischer Krankheitsverlauf die Blindheit unumstößlich machte. Ruhig senkt sich der Blicke des Vaters, der sein blindes Kind mit starken Händen und traurigen Augen an sich drückt, als wolle er ihm mit seinem leisen Herzschlag Hoffnung geben.

Rehabilitationshelfer Mathias ergreift erfahren das Wort: „Mika werden wir lehren, mit einem Holzstock tastend seinen eigenen Weg zu finden. Er wird von uns lernen, Seile zu flechten und Felder zu bestellen und seine Waren am Markt zu verkaufen. Vielleicht bekommen wir sogar einen Platz in der Blindenschule in der Hauptstadt Ouagadougou, damit er die Braille-Punktschrift mit seinen Fingern lesen kann.“

Gabriel Müller mit Kind

Gabriel Müller von LICHT FÜR DIE WELT mit dem blinden Mika und seinem Vater

Ein zartes Leuchten flammt in den Augen von Vater Jeudi auf. Sein Sohn Mika bekommt Hilfe, die ihn zu einem eigenständigen Leben befähigen wird, auch wenn er selber nicht mehr für ihn sorgen kann. Denn die Lebenserwartung in Burkina Faso liegt bei 51 Jahren, für Menschen ohne Behinderung. Zwei von drei blinden Kindern sterben hier binnen zwei Jahren nach ihrer Erblindung, so die kühle Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hinter der konkrete Kinderschicksale wie das von Mika stehen. Gabriel Müller flüstert Mika ermunternde Worte zu. Mit der Sprache des Herzens, denn die lokalen Dialekte sprechen nur einheimische Mitarbeiter wie Mathias, die Jahr und Tag für die Menschen da sind.

„Über 200.000 blinde Menschen leben in Burkina Faso, darunter viele Kinder, die aufgrund von Vitamin A Mangel das Augenlicht unwiederbringlich verloren haben. Mit den Spenden aus Österreich, schenken wir blinden Kindern wie Mika Zukunft. Doch wir sind in unserer Hilfeleistung auf die Spendenhilfe angewiesen“, so Gabriel Müller von LICHT FÜR DIE WELT. Viele blinde und behinderte Kinder in Burkina Faso warten auf die ersehnte Hilfe.