Der 6-jährige Gebremeskel aus Äthiopien ist blind. Da es in erreichbarer Entfernung keine speziellen Schulen gibt, unterrichtet Rehabilitationshelfer Worku Asrat den Buben in Blindenschrift.
80% aller Menschen mit Behinderungen leben in Entwicklungsländern. Sie haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung oder Arbeit, sind Diskriminierungen ausgesetzt und werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Dadurch sind sie ganz besonders von Armut betroffen. Die Sterblichkeitsrate von Menschen mit Behinderungen ist außergewöhnlich hoch. Gemeindenahe Rehabilitationsprogramme eignen sich besonders gut, um Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern zu fördern, auch in schwer erreichbaren Regionen.
Rehabilitationshelfer besuchen regelmäßig vorwiegend Kinder mit Behinderungen, machen mit ihnen therapeutische Übungen in vertrauter Umgebung und ermöglichen ihnen Zugang zu medizinischer Versorgung und zu Heilbehelfen wie Krücken oder Rollstühlen. Eltern und Nachbarn lernen, wie sie das behinderte Kind am besten unterstützen können, welche Behinderungen und Therapieformen es gibt. Die ganze Gemeinschaft wird in den Prozess eingebunden und erfährt so, was ein behindertes Kind mit der richtigen Förderung alles erreichen kann.
2009 hat LICHT FÜR DIE WELT 16.500 Kinder und Jugendliche in 19 Gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen in 7 Ländern auf ihrem Weg in die Zukunft begleitet.
Es wird geschätzt, dass 90% aller Kinder mit Behinderungen in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Bildung haben. Damit bilden sie die größte und am stärksten benachteiligte Minderheit der Welt.
LICHT FÜR DIE WELT setzt sich dafür ein, behinderten Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Das wird erreicht durch barrierefreie Schulgebäude, die Ausbildung von Sonderpädagogen, das Bereitstellen von Lehrmaterial und Bewusstseinsbildung in den Familien und bei den Lehrkräften.
Im Rahmen der schulischen Inklusion von Kindern mit Behinderungen lernen sie zusammen mit ihren Freundinnen und Freunden und bleiben dadurch ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. LICHT FÜR DIE WELT setzt sich daher - wo immer möglich - für die schulische Inklusion von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen ein - wo sinnvoll, fördern wir Spezialschulen.
Um Kinder mit Behinderungen über einen längeren Zeitraum und damit nachhaltiger fördern zu können, bietet LICHT FÜR DIE WELT ein eigenes Kinderpatenschaftsprogramm in Äthiopien, Mosambik und Burkina Faso an. Mit 25 Euro pro Monat garantieren Sie die dauerhafte Unterstützung des Programms. Sie schenken damit einem Kind mit Behinderung die Chance auf ein selbstständiges Leben und eine neue Zukunft. In unserem Gemeindenahen Rehabilitationsprogramm in Manga (Burkina Faso), wurden 2009 über 1900 Kinder betreut und gefördert. Im äthiopischen Arba Minch wird das Gemeindenahe Rehabilitationsprogramm ausgeweitet, um heuer 900 weitere Kinder mit Behinderungen in den Nachbarregionen erreichen zu können.
Um sicherzustellen, dass Kinder mit Behinderungen auch die notwendige spezifische Unterstützung in den Regelklassen erhalten, unterstützt LICHT FÜR DIE WELT Programme zur Ausbildung von Lehrpersonen in diesem Bereich. Spezialeinrichtungen wie Blindenschulen oder Schulen für gehörlose Kinder sind als Ressourcezentren und für die Ausbildung von Kindern, bei denen eine qualitätsvolle Inklusion noch nicht möglich ist, wichtig.
Auch wenn nicht in jedem einzelnen Fall geholfen werden kann: Wir können unzählige behinderte Kinder mit Hilfe von gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen in ein möglichst selbständiges Leben begleiten.