V.n.l.r.: Christina Schönbacher, Leiterin der Abteilung für Internationale Beziehungen, Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle, Rektor der Med. Uni Graz, Ass.-Prof. Dr. Gerhard Schuhmann, Vorstandsmitglied von LICHT FÜR DIE WELT, Prof. Dr. Yeshigeta Gelaw von der Universitätsaugenklinik Jimma, Univ.-Prof. Dr. Andreas Wedrich, Vorstand der Universitäts-Augenklinik Graz und Petra Papst von der Abteilung für Internationale Beziehungen der Med. Uni Graz. Bild: Med Uni Graz.
LICHT FÜR DIE WELT baut gemeinsam mit der Medizinischen Universität Graz die Augenabteilung an der Universität Jimma in Westäthiopien auf. In den kommenden vier Jahren sollen dort 20 Augenärzte ausgebildet werden.
1,2 Millionen Menschen in Äthiopien sind blind. Die Hälfte von ihnen könnte geheilt werden, etwa mit einer relativ einfachen Operation am Grauen Star. Doch in vielen ländlichen Gegenden in Äthiopien gibt es weder Augenärzte noch ausreichende Medikamente. 1 Augenarzt ist durchschnittlich für 1 Million Patienten zuständig. Zum Vergleich: In Österreich betreut ein Ophthalmologe ungefähr 10.000 Menschen.
Kooperationsvertrag unterschrieben
Die Universität Jimma ist eine von nur zwei Universitäten in ganz Äthiopien, an denen Augenärzte ausgebildet werden. Mit Unterstützung von LICHT FÜR DIE WELT und der Medizinischen Universität Graz wird die Augenabteilung in Jimma ausgebaut. Ein Kooperationsvertrag für die kommenden vier Jahre wurde nun in Graz unterschrieben. „Ich bin sehr gerührt, dass diese Zusammenarbeit zustande gekommen ist“, erzählt Dr. Gerhard Schuhmann, Assistenzprofessor an der Med Uni Graz und Vorstandsmitglied von LICHT FÜR DIE WELT.
Theorie in Graz, Praxis in Jimma
„Wir unterstützen die Universität in Jimma beim Aufbau einer Abteilung für Netzhautchirurgie“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Andreas Wedrich, Vorstand der Universitäts-Augenklinik Graz. Pro Jahr kommen drei äthiopische Augenärzte in Ausbildung zur theoretischen Weiterbildung in Netzhautchirurgie und Kinderaugenheilkunde nach Graz. Die praktischen Workshops finden umgekehrt in Jimma statt, ein bis zwei Lehrende der Med Uni Graz reisen als Ausbildner nach Äthiopien. Darüber hinaus werden zwei Medizinstudenten aus Graz in diesem Sommer ihre Praktika in Äthiopien absolvieren.
Ass.-Prof.Dr. Gerhard Schuhmann untersucht Patientin in Gebigebo, Äthiopien.
„Unbeschreibliche Freude“
Ass.-Prof. Dr. Gerhard Schuhmann kennt die Situation in Äthiopien von früheren, ehrenamtlichen Projekteinsätzen für LICHT FÜR DIE WELT: „In Äthiopien habe ich viele Menschen getroffen, die jahrelang blind waren. Ihre Freude, wenn sie nach der Operation am Grauen Star wieder sehen können, ist unbeschreiblich!“
Im Rahmen dieses Projekts sollen in den kommenden vier Jahren 15.000 Augenlicht rettende Star-Operationen durchgeführt werden. Weitere 36.000 Menschen sollen bei mobilen Hilfseinsätzen in ländliche Gebiete, in denen es sonst gar keine augenmedizinische Versorgung gibt, behandelt werden.
Webtipps
www.meduni-graz.at
www.kinderpate.at
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