Österreichische Spendengütesiegel

Weltgesundheitstag - Halbzeit von Vision 2020

Kind mit Augenbinde nach einer Operation

Josefa Felipe, 23 Jahre aus Mosambik, freut sich, dass ihr 2-jähriger Sohn Luis nach einer Operation am Grauen Star wieder sehen kann!

37 Millionen Menschen weltweit sind blind. Die Hauptursache dafür ist nach wie vor der Graue Star, der mit einer Operation in den meisten Fällen geheilt werden könnte.

Vermeidbare Blindheit zu bekämpfen, ist das Ziel von Vision 2020 – The Right to Sight. Diese Initiative wurde vor zehn Jahren von der Weltgesundheitsorganisation gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen wie LICHT FÜR DIE WELT ins Leben gerufen.

Heuer, 2010, ist Halbzeit von VISION 2020. Zeit, Bilanz zu ziehen: Nach wie vor sind 37 Millionen Menschen blind. An dieser Zahl hat sich in den vergangen Jahren leider nichts geändert. Vitamin-A-Mangel und Augenkrankheiten wie Grauer Star, Trachom und Flussblindheit sind Hauptursachen für Blindheit, besonders in den Armutsgebieten unserer Erde.

Hilfe von LICHT FÜR DIE WELT

„Insgesamt 600.000 Menschen in den Armutsgebieten erreichte unsere Hilfe im vergangenen Jahr“, erklärt Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT. In 127 Hilfsprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa wurden 37.500 Operationen am Grauen Star durchgeführt und 16.500 behinderte Kinder gefördert.

90 Prozent aller blinden Menschen leben in Entwicklungsländern

Viele dieser Menschen hätten mit relativ einfachen Mitteln vor der Erblindung gerettet werden können. Ein jährlich verabreichtes Antibiotikum, ausreichende Vitamin-A-Versorgung oder bessere hygienische Rahmenbedingen bringen entscheidende Hilfe. 

Augenarzt untersucht einen Patienten

Prof. Dr. Gerhard Schuhmann, ehrenamtliches Vorstandsmitglied von LICHT FÜR DIE WELT, untersucht einen Patienten in Burkina Faso.

Aber in Armutsgebieten unserer Erde gilt außerdem: 1 Augenarzt wäre theoretisch zuständig für 1 Million Patienten. In Österreich hingegen betreut ein Ophthalmologe ungefähr 10.000 Menschen.

VISION 2020 hat aber auch erste Erfolge erzielt: In der Bekämpfung von Onchozerkose (Flussblindheit) und Trachom (ägyptische Körnerkrankheit) wurden entscheidende Fortschritte erzielt. Ein Erfolgsbeispiel ist Burkina Faso, wo in den 1950er und 60er Jahren Millionen Menschen an Onchozerkose erblindet sind. Heute gilt die Krankheit als beinahe vollständig besiegt. 

Die berüchtigte Flussblindheit wird durch einen Fadenwurm ausgelöst, der wiederum durch die ‚Blackfly’ übertragen wird. Diese ‚schwarze Fliege’ lebt vor allem an schnell fließenden Gewässern. ‚Onchocerca volvulus’, so heißt jener Fadenwurm (die Weibchen werden im menschlichen Körper bis zu einem halben Meter lang), durch dessen Befall es zu heftigsten Immunreaktionen kommen kann: Es entzündet sich unter anderem die Hornhaut, sie trübt sich ein und schließlich erblindet der Patient unter heftigsten Schmerzen.

Gemeinsam helfen

Seit einigen Jahren gibt es die globale Anstrengung, diese vermeidbare Blindheitsursache auszurotten. Dabei arbeiten Hilfsorganisationen wie LICHT FÜR DIE WELT eng mit den Regierungen der betroffenen Länder und der Pharmaindustrie zusammen. (Merck stellt das Medikament Mectizan gratis zur Verfügung.) Mit dieser gemeinsamen Anstrengung in der Entwicklungszusammenarbeit konnten in den vergangenen Jahren ca. 40 Millionen Menschen behandelt und 600.000 neue Fälle von Blindheit verhindert werden.

In anderen Bereichen, wie einer effektiven Behandlung von unkorrigierten Sehschärfenfehlern, steht die Arbeit erst am Anfang – 153 Millionen Menschen sind davon betroffen.

LICHT FÜR DIE WELT appelliert heute am 7. April, dem Weltgesundheitstag, an Regierungen und die Pharmaindustrie, die Ziele von VISION 2020 zu unterstützen: „Wir möchten vermeidbare Blindheit bekämpfen, niemand soll mehr am Grauen Star oder aufgrund von Vitamin-A-Mangel erblinden!“, so Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT.