Sadio (11) mit einer Gehhilfe
Als Sadia vor 11 Jahren in einem kleinen Dorf in Burkina Faso auf die Welt kommt, sind ihre rechten Unterschenkelknochen nicht vollständig entwickelt. Nur schwer lernt sie gehen, denn das Bein kann sie nicht tragen. Schmerzhafte Stürze, Verletzungen und Knochenbrüche, immer und immer wieder, sind die Folge. Die Familie lebt von einer kleinen Landwirtschaft mit ein paar wenigen Hühnern und Eseln, daher können sich die Eltern keine ärztliche Behandlung für ihre Tochter leisten. Die Verletzungen heilen schlecht, die Brüche wachsen falsch zusammen, bis das rechte Bein schließlich schon um 20 cm kürzer ist als das linke. Sadia, die ohnehin nie selbständig gehen gelernt hat, wird in ihren Bewegungen immer unsicherer.
Doch dann wird eine Rehabilitationshelferin aus dem von LICHT FÜR DIE WELT geförderten Gemeindenahem Rehabilitationsprogramm in Manga auf Sadia aufmerksam und bringt das damals 10-jährige Mädchen zu einem Arzt. Die Diagnose klingt zunächst schockierend: das Bein muss amputiert werden, sonst wird Sadia niemals gehen können. Doch was auf den ersten Blick wie eine Verschlimmerung der Situation aussieht, hat Sadia Freiheit und Selbständigkeit gebracht! Als die Wunden von der Operation verheilt sind, bekommt Sadia ein neues Bein - eine Prothese. Und schon bald macht sie ihre ersten Schritte!
Heute steht Sadia auf eigenen Beinen. Früher musste sie jeden Tag von ihrem Vater auf dem Gepäckträger des Fahrrads in die Schule gebracht werden, heute geht sie den Weg zu Fuß mit ihren Freunden. Früher konnte sie sich nur mit Mühe selbst waschen, heute hilft sie ihrer Mutter beim Kochen, Aufräumen und sogar bei der Hirseernte. Ihr Leben hat sich von Grund auf verändert. Glücklich und stolz meistert Sadia ihren Alltag und freut sich auf die Zukunft.
Blinde und behinderte Menschen sind von Armut besonders betroffen, denn mit dem Verlust der Arbeitskraft gehen oft auch noch Stigmatisierung und Diskriminierung einher.
Die Blindheitsrate in dem westafrikanischen Land, das früher Obervolta hieß, liegt bei 1,5 %! Um augenkranken und blinden Menschen nachhaltig zu helfen, hat LICHT FÜR DIE WELT 2005 die erste Augenklinik in der Region Koupela, einem Einzugsgebiet von 2,5 Millionen Menschen, errichtet und eröffnet.
Heute unterstützen wir nicht nur diese Augenklinik in Zorgho, sondern auch augenmedizinische Hilfseinsätze in entlegene Gebiete, um den Menschen den Zugang zu augenmedizinischer Versorgung zu ermöglichen.
LICHT FÜR DIE WELT hilft auch blinden und anders behinderten Menschen: In Gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen werden allein in Burkina Faso jährlich 6500 Menschen mit Behinderung medizinisch betreut, bekommen Zugang zu Therapien und Ausbildungsplätzen. So haben Kinder wie die kleine Sadia wieder die Chance auf eine Zukunft!